Idee

DSC06554Wie der Name schon sagt, stehen hier die Kinder im Vordergrund. Sie sollen die Möglichkeit haben, die Welt der Großen selbst zu erleben, indem sie die verschiedensten Berufe und Tätigkeiten ausüben, die uns im Alltag ständig begegnen. Je nach Alter und Interesse können die Kinder z.B. Schreiner/in, Bäcker/in, Müllmann, Bankangestellte, Apotheker/in, Musiker/in und vieles mehr werden, bei einem Beruf bleiben oder wechseln, die Bürgervertretung wählen oder sich in die Bürgervertretung wählen lassen.

In einer Spielstadt sollen Lebens- und Lernräume für Kinder geschaffen werden, in denen sie ihre Alltagserfahrungen wieder erkennen. Dieses Lernen am wirklichkeitsnahen Modell bietet die Chance zur ganzheitlichen Wahrnehmung von Arbeitsabläufen und gesellschaftlichen Prozessen und damit die Möglichkeit, aktiv in die Gestaltung einer Lernumgebung einzugreifen. Darüber hinaus gibt es einzigartige Gelegenheiten zu sozialem und politischem Lernen. Eine Kinderspielstadt erfordert die Integration des einzelnen in verschiedene Gruppen, angemessene Formen des sozialen Umgangs miteinander, die Fähigkeit zur Kommunikation, das Entwickeln von Gemeinschaftsbewusstsein und die Bereitschaft zur Konfliktlösung. Die Notwendigkeit von Normen und Regeln und ihre Wichtigkeit für das Zusammenleben, sowie ihre Veränderbarkeit werden erfahrbar. Die Kinder erleben, dass sie in einer Spielstadt die Lebensverhältnisse mitgestalten können.

Auffallend in den Spielstädten ist die besondere Ernsthaftigkeit der Kinder im Stadtleben. Sie spielen nicht Bäcker/in oder Bankangestellte, sie sind es. In der Schreinerei, der Schneiderei oder der Druckerei wird nicht „gebastelt“, sondern gearbeitet. Die hergestellten Produkte und angebotenen Dienstleistungen werden für das Zusammenleben in der Stadt tatsächlich gebraucht und müssen mit dem selbst erarbeiteten Geld, wie im richtigen Leben, bezahlt werden. Hierzu gehören die kleinen Snacks zwischendurch ebenso wie die Produkte der Schneiderei, die Krankenhausleistungen oder Freizeitaktivitäten wie Kino- oder Theaterbesuche.

Beim Ablauf der Spielstadt werden die Kinder durch „Arbeitsstellen-Betreuer“ unterstützt. Ansonsten bleiben Erwachsene außen vor. Nur im Besuchergarten, bei geführten Stadtrundgängen und am Abschlusstag sind sie in der Kinderspielstadt willkommen.